Tales of the City. Queere Erzählungen und Erinnerungen kollaborativ erfahrbar machen.
Queere Stadtgeschichte hinterlässt Spuren in Hinterhöfen, Treffpunkten, Erzählungen und Archiven. Das Lehrforschungsprojekt der Abteilung Empirische Kulturwissenschaft/Kulturanthropologie lädt Studierende dazu ein, diese Spuren gemeinsam mit Community-Akteur:innen in Köln und Bonn aufzuspüren und öffentlich erfahrbar zu machen.
Anmeldung und Zeitraum
Informationen zu Belegfristen und Belegung: siehe BASIS.
Das Seminar ist für Masterstudierende der Transkulturelle Studien/Kulturanthropologie geöffnet und auf zwei Semester ausgelegt. Für die erfolgreiche Teilnahme muss zusätzlich im Sommersemester 2027 Teil II belegt werden.
Trotz einer sichtbaren queeren Infrastruktur konzentrieren sich öffentliche Erzählungen häufig auf wenige bekannte Orte und cis-männlich-schwule Perspektiven. Lesbische und TINAQ-Geschichten, queere Alltage, prekäre Räume, solidarische Netzwerke und intersektionale Erfahrungen bleiben dagegen oft unsichtbar. Das Projekt fragt deshalb, welche Geschichten fehlen und wie eine vielfältigere, diskriminierungskritische Erinnerungskultur gestaltet werden kann.
Die Studierenden recherchieren in Archiven, führen Gespräche mit Community-Akteur:innen und untersuchen Orte gegenwärtigen und vergangenen queeren Lebens. Dabei arbeiten sie unter anderem mit dem Centrum Schwule Geschichte, dem Frauengeschichtsverein Köln, dem Frauenmuseum Bonn und dem Bonner Stadtarchiv zusammen. Die Projektgruppen setzen eigene Schwerpunkte und entscheiden gemeinsam, welche Geschichten sie erzählen und wie sie diese vermitteln.
Aus den Recherchen entstehen eine performative Stadtführung, ein Audio Walk und ein begleitendes Zine. Gemeinsam mit dem queeren Theaterkollektiv PRODUKTIONSBÜRO PETRA P. verbinden die Studierenden historische Funde, Community-Stimmen und aktuelle gesellschaftliche Auseinandersetzungen. In den Projektgruppen übernehmen sie Aufgaben in Recherche, Interviewführung, Dramaturgie, Gestaltung, Moderation oder Öffentlichkeitsarbeit.
Im Seminar werden die Entscheidungen und Erfahrungen des Projektverlaufs fortlaufend gemeinsam besprochen: Welche Perspektiven werden sichtbar? Wer spricht und wer wird gehört? Wie lassen sich Verantwortung und Aufgaben fair verteilen? Auf diese Weise verbindet das Projekt wissenschaftliche Forschung, zivilgesellschaftliches Engagement und künstlerische Vermittlung.
Im Laufe des Seminars:
- werden Debatten über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, Queerfeindlichkeit und Erinnerungspolitik mit lokalen Beispielen verbunden.
- werden Methoden der Stadtethnografie, Oral History und queeren Archivarbeit praktisch erprobt.
- entwickeln die Studierenden eigene Vorhaben und stimmen diese mit Community- und Praxispartner:innen ab.
- setzen Projektgruppen eine Stadtführung, einen Audio Walk und ein Zine eigenständig um.
- werden unterschiedliche Aufgaben und Verantwortlichkeiten übernommen und gemeinsam ausgewertet.
- werden die Ergebnisse öffentlich präsentiert und Rückmeldungen aus der Community einbezogen.
Studienleistungen:
- regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit.
- Mitarbeit an Stadtführung, Audio Walk und Zine.
- Öffentliche Präsentation der Forschungs- und Vermittlungsergebnisse.
- Regelmäßige Reflexion der eigenen Lern- und Kooperationserfahrungen.
Ablauf/Programm
- Bei Bedarf werden Zusatztermine montags von 10 bis 12 Uhr geplant.
- Ausfalltermine: 28. Dezember 2026, 04. Januar 2027